Wie man seine emotionalen Blockaden los wird...

July 24, 2016

Mit freundlicher Genehmigung von Hans-Peter Zimmermann  http://hpz.com

 

Die TimeLine-Therapie

ist die Basis der 3-tägigen Einzel-Intensiv-Sitzung genannt "Durchbruchsitzung".

 

Emotionale Blockaden? Was ist das überhaupt?

Eine gute Frage. Darf ich Ihnen ein paar Gegenfragen stellen?

  • Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Sie auf keinen grünen Zweig kommen, obschon Sie sich mit viel Liebe und Einsatz Ihrer Arbeit widmen?

  • Haben Sie manchmal den Eindruck, dass Sie Ihren Erfolg selbst sabotieren?

  • Denken Sie manchmal, dass Sie auf gewisse Dinge völlig unverhältnismäßig oder impulsiv reagieren?

  • Gefährden Sie immer wieder Beziehungen, die Ihnen wichtig sind, weil «etwas in Ihnen drin» sich völlig daneben benimmt?

  • Gibt es Menschen, die Sie verletzt oder enttäuscht haben, und denen Sie einfach nicht verzeihen können? Und spüren Sie, wie Sie sich selbst mit diesem Problem blockieren?

  • Halten Sie sich für einen ganz normalen Menschen, weil ja schließlich «jeder ein wenig neurotisch ist»?

Wenn Sie bei der einen oder anderen Frage mit «ja» geantwortet haben, dann sollten Sie diese Anleitung durchlesen und die TimeLine-Methode ausprobieren.

Wenn Sie überall mit «nein» geantwortet haben, sind Sie entweder erleuchtet (Was sucht ein Erleuchteter im Internet?) oder ein Profi-Verdränger. Der Begriff «Verdrängung» geht auf Sigmund Freud zurück und ist einer von vielen Abwehr-Mechanismen. Es bedeutet vereinfacht gesagt: 
Wenn etwas für den Menschen zu schmerzhaft ist, wird es aus dem Bewusstsein verdrängt.

Zu den Profi-Verdrängern gehören auch die sogenannten Positiv-Denker. Ein Positiv-Denker sagt die ganze Zeit zu sich: «Es gibt kein Unkraut in meinem Garten» und merkt nicht, wie das Unkraut in der Zwischenzeit den ganzen Garten auffrisst.

Tatsache ist:

  • Emotionale Blockaden behindern den Energiefluss und machen  krank.

  • Emotionale Blockaden führen in Form von negativen Glaubenssätzen dazu, dass man seinen eigenen Erfolg boykottiert.

  • Emotionale Blockaden führen dazu, dass man sich immer wieder in den gleichen selbstschädigenden Verhaltensmustern bewegt und das Gefühl hat, nicht vom Fleck zu kommen.

 

 

Wie merke ich, dass ich emotionale Blockaden habe?

Bitte führen Sie jetzt gleich dieses kleine Experiment durch:

Denken Sie an eine sehr unangenehme Situation in Ihrem Leben. Am besten schließen Sie dazu die Augen. Versuchen Sie, sich zu erinnern, was Sie damals gesehen, gehört, gedacht und gefühlt haben. Wenn Sie sich geärgert haben, fluchen Sie ruhig innerlich ein paar Mal. Wenn Sie Angst hatten, vergegenwärtigen Sie sich, was alles Schlimmes hätte passieren können. Wenn Sie Gewissensbisse hatten, beschimpfen Sie sich selbst. Und wenn Sie traurig waren über den Verlust eines Menschen, denken Sie daran, was Sie noch alles mit diesem Menschen hätten unternehmen wollen.

Wenn Sie die Aufgabe ernsthaft durchgeführt haben, dann hat Ihr Körper mit negativen Symptomen reagiert. Schreiben Sie jetzt gleich auf, an welchen Körperstellen Sie Symptome spüren und wie stark auf einer Skala von 1 bis 10. Zehn bedeutet enorm stark, 1 bedeutet ganz schwach wahrnehmbar.

Wichtig ist dabei: Die Symptome sollen konkret formuliert sein. «Ich fühle mich bedrückt» gilt nicht, ebenso wenig wie «ein komisches Gefühl» und «überall am Körper». Was ist es genau? Verkrampfen sich die Muskeln am ganzen Körper? Zieht sich die Haut zusammen? Drückt etwas auf die Brust? So könnte beispielsweise eine Symptombeschreibung aussehen:

  • Kehle wie zugeschnürt, Stärke 6

  • Drücken im Unterbauch, Stärke 8

  • Herzklopfen, Stärke 4

  • Muskeln angespannt im ganzen Körper, Stärke 3

Sollten Sie rein gar nichts gespürt haben (was sehr selten vorkommt), gibt es drei Erklärungs-Möglichkeiten:

  • Sie haben dieses Ereignis bereits bearbeitet. 

  • Sie sind ein Profi-Verdränger und wollten gar nicht tief in dieses Ereignis eintauchen aus Angst, es könnte zu schmerzhaft sein.

  • Sie leiden unter einer dissoziativen Störung. Das ist dann der Fall, wenn ein Ereignis in Ihrer Vergangenheit so traumatisch war, dass Sie sich quasi «von Ihrem Körper abgekoppelt» haben und gar nicht mehr fähig sind, Gefühle zu empfinden. In diesem Falle benötigen Sie psychiatrische Hilfe.

 

 

Und diese Blockaden soll ich selbst beseitigen können?

Trösten Sie sich. Ich habe genau so ungläubig dreingeschaut, als ich zum ersten Mal mit der TimeLine-Methode experimentierte. Ich hatte gerade einen Streit mit meiner Frau gehabt. Sie hatte beim Nachhausefahren im Auto eine Bemerkung fallen lassen, die jeden Außenstehenden völlig kühl gelassen hätte. Ich aber war an der Decke vor Wut.

Ein «normaler» Ehemann hätte wohl noch den ganzen Abend seine Wut zur Schau getragen. Ich aber merkte sehr rasch, dass meine Reaktion nichts mit meiner Frau, sondern nur mit mir selbst zu tun haben konnte.
Ich zog mich zurück und fand mit den Techniken, die ich Ihnen gleich erklären werde, heraus, dass das auslösende Ereignis für meine unverhältnismäßige Reaktion bereits während meiner Zeit im Mutterleib geschehen war. Ich sah meine Mutter, wie sie mit mir im fünften Monat schwanger war. Sie war stinkesauer auf meinen Vater (warum, werde ich hier aus Diskretionsgründen nicht erwähnen). Nachdem ich festgestellt hatte, dass meine Wut eigentlich meiner Mutter gehörte, hängte ich sie innerhalb einer Minute mit Hilfe der TimeLine-Methode ab. 
Danach prüfte ich, ob mein Körper noch fähig war, über das Ereignis mit meiner Frau im Auto Wut zu empfinden. Es war nicht mehr möglich. Ich entschuldigte mich bei meiner Frau und erklärte ihr, was ich soeben erlebt hatte.

Damit begann für meine Frau und mich ein systematischer Abbau unserer Neuröschen und Neurosen. Das Resultat: Ein völlig neues Lebensgefühl, mehr Erfolg mit weniger Aufwand, und die Überzeugung, wirklich vorwärts zu kommen.

 

 

Woher stammt die TimeLine-Methode?

«Walking the Time Line» ist als therapeutische Technik bereits seit den 70er Jahren bekannt, und zwar durch die beiden Pioniere des Neurolinguistischen Programmierens (NLP), Richard Bandler und John Grinder. Im NLP geht man tatsächlich körperlich über eine gedachte Zeitlinie, und dazu braucht es natürlich einen großen Raum.

In den 80er Jahren entdeckte der Hypnotherapeut Tad James, dass die bloße Vorstellung der Zeitachse genügt, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. «Zufälligerweise» kam er darauf, dass bei einer bestimmten Position über der Zeitachse die zu einem Ereignis gehörenden negativen Emotionen völlig verschwunden waren. Seine Erfahrungen fasste er 1988, zusammen mit seinem Kollegen Wyatt Woodsmall, im Buch «Time Line Therapy and the Basis of Personality» zusammen. Kurz-Urteil: Ein chaotisches Buch, eine sehr taugliche Methode!

Als ich später jedoch Menschen traf, die von Tad James zu «Master Time Line Therapists» ausgebildet worden und immer noch voller Blockaden waren, wusste ich, dass da etwas fehlte: Bei James setzt man sich nicht mit dem Inhalt des Geschehenen auseinander, sondern lediglich mit der Struktur. Das ist an sich typisch für einen großen Teil der NLP-Gemeinde, die sich eher der verhaltenstherapeutischen Schule zugehörig fühlt.
Das mag zwar in einigen Fällen reibungslos funktionieren; bei tieferliegenden Problemen scheint es sich jedoch bloß um einen ausgeklügelten Verdrängungs-Mechanismus zu handeln.

Also fing ich an, die Methode von Tad James mit Techniken der Tiefen-Psychologie, der Regressions-Therapie und des Psychodramas zu kombinieren. Die Resultate waren in sehr vielen Fällen verblüffend. Und nachdem ich begonnen hatte, diese Techniken an Seminaren zu lehren, schrieben mir selbst Psychiater und erfahrene Psychotherapeuten, dass sie mit Hilfe dieser Methode Blockaden bearbeiten könnten, an denen sie sich vorher monate- oder gar jahrelang die Zähne ausgebissen hatten.

 

 

Und so funktioniert's!

Nehmen wir als konkretes Beispiel unseren Patienten Hans. Als sein größtes Problem sieht er die Tatsache, dass er sich oftmals schuldig fühlt für Dinge, die er gar nicht selbst verursacht hat. Wir bitten ihn, die Augen zu schließen und ganz intensiv an so eine Situation zu denken, wo er sich schuldig gefühlt hat.

Hans gelingt es offensichtlich besser, sich in die Situation einzufühlen, wenn er uns ein wenig von so einer Situation erzählen kann: 
«Letzte Woche war wieder so ein Fall bei uns im Geschäft. Eine Sekretärin hatte die falsche Ware bestellt, dadurch gerieten wir mit unserer Lieferung in Verzug. Der Kunde rief mich an, um zu fragen, was los sei, und anstatt eine saubere Reklamationsbehandlung hinzulegen, begann ich zu stottern und mich zu rechtfertigen, so dass der Kunde zur Überzeugung kommen musste, dass ich die Sache verbockt hatte. Am Ende des Tages rief mich mein Chef zu sich und fragte, was denn los sei, und daraufhin hatte ich drei schlaflose Nächte. Auf der einen Seite fühlte ich mich schuldig, auf der anderen Seite war ich wütend auf alle, von denen ich das Gefühl hatte, dass sie mir die Schuld in die Schuhe schieben. Am meisten wütend war ich auf mich selbst, weil ich mich wieder in so eine Situation hinein manövriert hatte.»

Hans scheint sichtlich erregt. Wir fragen ihn: «Wo spürst du dieses negative Gefühl im Körper?»
«Ganz stark im Hals», sagt Hans.
«Und wie stark auf einer Skala von 1 bis 10, wenn 10 sehr stark wäre und eins ganz schwach noch wahrnehmbar?»
«Etwa 8», sagt Hans.
Wir notieren das auf einem Notizblock. «Spürst du's sonst noch irgendwo im Körper?» fragen wir weiter.
«Ja», gibt Hans zur Antwort. «Es ist so ein Druck in der Brust, etwa Stärke 6, und es zieht runter zum Solarplexus, dort ist es etwa eine 4.»
Auch das notieren wir. «Sonst noch irgendwo im Körper?»
«Ja, alles ist so angespannt.»
«Meinst du die Muskeln?»
«Ja, die Muskeln am ganzen Körper, etwa eine 3.»
«Sonst noch irgendwo?»
«Nein, das ist alles.»

Durch das Schließen der Augen und die Konzentration auf seinen Körper ist Hans in der Zwischenzeit in einer leichten Trance, gerade richtig, um Hypermnesie zu produzieren, das heißt, Dinge zu erinnern, die er längst vergessen geglaubt hat.
Wir stellen ihm die Standard-Frage: «Das allererste Ereignis, das mit diesem Gefühl im Körper zusammenhängt, finden wir das vor, während oder nach deiner Geburt? Was war der erste Gedanke.»
«Der erste Gedanke war nach der Geburt,» sagt Hans ohne zu Zögern und scheint selbst erstaunt zu sein über seine spontane Antwort.
«In welchem Alter? Was war der erste Gedanke?»
«Der erste Gedanke ist mit drei Jahren.» Hans hat immer noch das Gefühl, dass er seine Antworten erfindet. Was aber jetzt kommt, überzeugt ihn vollends, und er wird seiner ersten Eingebung fortan vertrauen.

«Du bekommst auf drei ein Bild von einer Situation, wo du drei Jahre alt warst. Eins, zwei, drei. Ein Bild, ein Gefühl ein Gedanke ist da. Was siehst du?»

 

 

 

Zu seinem Erstaunen fällt Hans eine Szene im Alter von drei Jahren ein, wo seine Mutter ihn bestraft hatte für etwas, was eigentlich sein älterer Bruder getan hatte. Er erzählt uns, wie sein Bruder die Hühnereier fallen ließ, die er im Auftrag der Mutter vom Bauern gekauft hatte. Aus Furcht vor der Reaktion der Mutter hatte der Bruder fluchtartig das Haus verlassen. Hans jedoch wollte die Sauerei aufwischen, und just in dem Moment kam seine Mutter zurück und packte ihn an den Ohren. Hans konnte noch so beteuern, er sei es nicht gewesen, es nützte alles nichts. Hans bricht in lautes Schluchzen aus, als er uns das erzählt.
«So was Blödes,» sagt er zwischen zwei Schluchzern, «dass ich als erwachsener Mann darüber weinen muss. Das ist doch längst vorbei.»
Doch wir ermuntern ihn dazu, alles rauszulassen, was nicht mehr benötigt wird. Er soll noch einmal die Gefühle leben können, die er sich damals nicht erlaubt hat. Weil wir sicher sein wollen, dass er alles rauslässt, lassen wir ihn laut sagen: «Mama, du hast mir so fest weh getan!»
Hans sträubt sich zuerst gegen den Satz. Er befürchtet einen erneuten Weinkrampf. Wir bestehen darauf, dass er den Satz sagt, und die tiefe Trauer über dieses Missverständnis bricht erneut aus ihm heraus.

Nachdem Hans sich ausgeweint hat, fragen wir:«Gibt es noch etwas, was wir uns anschauen sollten zu dieser Szene, oder können wir die Symptome jetzt loswerden?»
Hans sagt, das ist alles, was wir wissen müssen, und wir sagen zu ihm:
«Stell' dir vor, du gehst aus dem dreijährigen Körper heraus, ganz hoch hinauf. Stell dir vor, du schwebst tausend Meter über dem Geschehen, bist eine halbe Stunde vor dem Ereignis mit drei Jahren und blickst in Richtung Gegenwart:

 

 

 

Vor der Sitzung haben wir Hans gesagt, er solle sich vorstellen, dass alles, was er je erlebt hat, auf einer Zeitachse aufgereiht sei. 
«Du meinst, wie eine Ansammlung von Video-Filmen, wo alle wichtigen Ereignisse in meinem Leben festgehalten sind?»
«Genau so. Aber jetzt gehst du im Geist tausend Meter über diese Zeitachse, eine halbe Stunde vor dieses schlimme Ereignis und blickst in Richtung Gegenwart. Bei der Gegenwart hast du eine Flagge eingesteckt in deiner Lieblingsfarbe.»

 

 

 

«Also, hoch hinauf,» bestätigt Hans, «und in Richtung der roten Flagge blicken.»
«Genau. Und jetzt stellst du fest, dass die Symptome in deinem Körper mit jedem tiefen Atemzug mehr und mehr zurück gehen, bis sie in etwa 40 Sekunden vollständig verschwunden sind.»
«Stimmt,» nickt Hans, «es wird viel besser.»
«Gut so. Lass' dir ruhig Zeit, bis sämtliche Symptome auf null sind.»

Hans scheint ganz ruhig zu werden. Seine Gesichtshaut hat etwas mehr Farbe bekommen, und auf seinen Lippen liegt ein Lächeln. «Jetzt ist gut,» sagt er nach einer Weile. Wir fragen nochmals jedes Symptom ab, und alles ist auf null.

«Dann gehen wir testen,» schlagen wir vor. Auf drei bist du nochmals in der Situation, wo deine Mutter dich bestraft hat für etwas, was du gar nicht getan hast. Eins, zwei, drei. Versuche mit allen Mitteln, deinen Körper zum Reagieren zu bringen.»

Hans lacht: «Ich sehe jetzt, wie meine Mutter mich lobt, weil ich die Sauerei aufwischen will.»
«Das ist zwar schön, aber wir wollen ja hier nicht bloß Positivdenkerei betreiben. Ich möchte, dass du dir wirklich nochmals die negative Szene in allen Einzelheiten vorstellst. Tue so, wie ein Mensch, der mir beweisen möchte, dass meine Techniken nicht funktionieren.»

 

 

 

Nach einer Weile intensiven Bemühens sagt Hans: «Ich stelle es mir vor, aber der Körper bleibt neutral. Ich kann machen, was ich will, er reagiert nicht mehr.»

«Wie denkst du denn jetzt über deine Mutter und diese Situation?»
«Na ja, ist halt ziemlich typisch für sie. Sowas ist auch später noch oft passiert.»
«Dann möchte ich mal mit deiner Mutter reden. Wie heißt sie mit Vornamen?»
«Martha.»
«Gut, spiele bitte mal Martha. Ich sage zu Martha: He Martha, was soll denn das? Der Junge kriegt nicht mal eine Chance, zu erklären, was passiert ist? Was würde Martha sagen, wenn sie reden könnte.»
Hans fällt es offensichtlich leicht, in die Rolle seiner Mutter zu schlüpfen. Er sagt in forschem Ton: «Halt dich da raus, das geht dich nichts an!»
«Und ob mich das etwas angeht, Martha! Hans liegt hier vor mir als erwachsener Mensch und schleppt immer noch dieses Problem mit sich herum, das du ihm aufgebürdet hast, als er drei Jahre alt war.»
«Ach was!» sagt Hans, immer noch seine Mutter spielend. «Eine Ohrfeige am rechten Ort hat noch niemandem geschadet!»
«Am rechten Ort vielleicht schon, Martha. Aber das war der falsche Ort. Hans wollte nur gutmachen, was sein Bruder verbockt hatte.»
Hans in unwirschem Ton: «Wie soll ich denn das wissen?»
«Hättest ihn ja fragen können.»
«Was verlangt ihr eigentlich alles von mir? Mein Mann ist nie zu Hause, und wenn er's mal ist, schläft er nur, weil er so erschöpft ist. Alles bleibt an mir hängen!»
«Und ist das ein Grund, es dir und deinen Lieben noch schwerer zu machen durch ungerechte Bestrafung?»
Hans beginnt die Tränen seiner Mutter zu weinen: «Ich wollte doch das alles nicht. Es wird mir einfach zu viel. Ich möchte nur noch schlafen und nie wieder aufwachen...»
«Hans,» sagen wir, «wenn du deine Mutter so reden hörst, kommst du dir stärker vor oder schwächer als sie?»
«Wenn ich jetzt höre, wie überfordert sie im Grunde ist, dann fühle ich mich wesentlich stärker.»
«Und wie ist das auf dieser Welt, hilft da der Schwächere dem Stärkeren oder der Stärkere dem Schwächeren?»
«Natürlich der Stärkere dem Schwächeren.»
«Was könnten wir denn tun, um dieser armen schwachen Frau zu helfen?»
«Wir könnten ihr ein wenig Liebe schicken», sagt Hans.
«Ja, und ich zeige dir auch, wie das geht. Stell' dir einfach vor, du könntest deine Mutter mit Licht füllen. Geht das?»
«Ja, sie wird heller.»
«Gut, füll' deine Mutter so lange mit Licht, bis sie glänzt und strahlt. Und sage bitte laut zu ihr: Mama, ich achte dein Schicksal. Ich respektiere deinen Weg.»
Hans tut, wie ihm geheißen. Wir lassen ihn ein wenig nachspüren, was diese Sätze bei ihm bewirken, dann fragen wir nach:«Wie fühlt sich das an für dich?»
«Gut,» sagt Hans mit einem erleichterten Seufzer.

«Gut, dann gehen wir in die Original-Situation und wollen die auch noch testen. Sieh' dich nochmals in deinem Geschäft, und du stellst dir so intensiv wie nur möglich vor, wie der reklamierende Kunde anruft. Versuche mit allen Mitteln, deinen Körper zu einer negativen Reaktion zu bringen.»

«Jetzt stelle ich mir vor, wie ich dem Kunden ganz sachlich alles erkläre,» sagt Hans.
«Du stellst dir also vor, wie es in Zukunft laufen wird. Wir aber wollen die negative Situation nochmals testen. Stell' dir vor, wie du stotterst und dich rechtfertigst und versuche, deinen Körper zum Reagieren zu bringen.»
Nach einer Weile intensiven Bemühens sagt Hans: «Ich stelle es mir vor, aber der Körper bleibt neutral. Ich kann machen, was ich will, er reagiert nicht mehr.»
«Hervorragend, Hans, das hast du sehr gut gemacht. In einem Augenblick werde ich bis zehn zählen, dann werden wir eine kleine Pause einlegen. Du wirst deine Augen öffnen und so weit wach sein, wie es nötig ist, um eine kleine Pause zu machen. Sobald du dich wieder hinlegst mit der Absicht weiterzuarbeiten, wirst du wieder in genau diesem Zustand sein, der nötig ist, damit du mit dieser Sitzung genau